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Bildnachweis: © Joshua Earle - Unsplash

The next big thing: Das Internet der Dinge

Der Begriff “das Inter­net der Din­ge” macht seit eini­ger Zeit die Run­de in der digi­ta­len Welt.

Gemeint ist damit fol­gen­des: “Das Inter­net der Din­ge (auch eng­lisch Inter­net of Things) beschreibt, dass der (Per­so­nal) Com­pu­ter zuneh­mend als Gerät ver­schwin­den und durch „intel­li­gen­te Gegen­stän­de“ ersetzt wird. Statt – wie der­zeit – selbst Gegen­stand der mensch­li­chen Auf­merk­sam­keit zu sein, soll das „Inter­net der Din­ge“ den Men­schen bei sei­nen Tätig­kei­ten unmerk­lich unter­stüt­zen. Die immer klei­ne­ren ein­ge­bet­te­ten Com­pu­ter sol­len Men­schen unter­stüt­zen ohne abzu­len­ken oder über­haupt auf­zu­fal­len.” [Zitat aus Wiki­pe­dia]
Im heu­ti­gen Inter­net sind haupt­säch­lich Com­pu­ter mit­ein­an­der ver­netzt. Anwen­der sind die Benut­zer der Com­pu­ter, in aller Regel immer noch Men­schen. Wir spre­chen daher auch vom Inter­net der Men­schen.

Das zukünf­ti­ge Inter­net wird dadurch gekenn­zeich­net sein, dass nicht mehr nur die Com­pu­ter mit­ein­an­der ver­netzt sind, son­dern nahe­zu alle Gegen­stän­de, in ers­ter Linie aber elek­tri­sche Gerä­te, die fort­an unter­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren und sich gegen­sei­tig beein­flus­sen kön­nen.

Eine span­nen­de und unter Umstän­den auch gefähr­li­che Zukunfts­vi­si­on. Das der Kühl­schrank ver­netzt ist und bei Bedarf Lebens­mit­tel auto­ma­tisch nach­be­stellt, macht ja durch­aus noch Sinn. Aber brau­chen wir wirk­lich eine Zahn­bürs­te, die unse­re Putz­ge­wohn­hei­ten spei­chert und bei Fest­stel­lung einer Kari­es gleich einen Ter­min beim Zahn­arzt ver­ein­bart?

Was pas­siert, wenn wirk­lich alles mit allem ver­netzt ist? Ist das über­haupt mög­lich? Und wenn ja, was wären die direk­ten und indi­rek­ten Fol­gen?

Um phy­si­schen Objek­ten eine digi­ta­le Iden­ti­tät zu geben, muss jedes Objekt (Ding) ein­deu­tig iden­ti­fi­zier­bar sein. Das trifft auf nahe­zu alle Objek­te zu, die zu.B. in einem Haus­halt, oder all­ge­mei­ner aus­ge­drückt in einem Raum vor­han­den sind. Die Tech­nik dazu gibt es schon, sie nennt sich RFID.

Mit die­ser Tech­nik ist es mög­lich, Gegen­stän­de und auch Lebe­we­sen(!) auto­ma­tisch zu iden­ti­fi­zie­ren und auch zu loka­li­sie­ren. Ers­te Fol­ge eines mas­sen­haf­tes Ein­sat­zes die­ser Tech­nik wären mehr Daten, viel mehr Daten, die alle irgend­wo gespei­chert wer­den, von wem auch immer.

Spä­tes­tens seit dem NSA-Skan­dal und den Ent­hül­lun­gen von Edward Snow­don wis­sen wir, dass erheb­li­cher Miss­brauch statt­fin­den kann, wenn eine Men­ge Daten kon­zen­triert gespei­chert und aus­ge­wer­tet wer­den.

Die Grund­idee der Ver­net­zung von Din­gen stammt übri­gens aus der Logis­tik und macht da auch durch­aus Sinn. Durch den Boom des E-Com­mer­ce haben sich die Waren- und Daten­strö­me in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ver­viel­facht. Die heu­ti­ge Tech­nik wird über kurz oder lang an ihre Gren­zen gelan­gen und dann über­for­dert sein. Daher “haben Wis­sen­schaft­ler vom Fraun­ho­fer-Insti­tut für Mate­ri­al­fluss und Logis­tik IML die Visi­on von einem zukunfts­wei­sen­den Logis­tik­sys­tem erschaf­fen: intel­li­gen­te Gerä­te sol­len den­ken ler­nen und Waren ihren Weg zum Ziel selbst orga­ni­sie­ren – das Inter­net der Din­ge für die Logis­tik war gebo­ren.

Bereits heu­te beschäf­ti­gen sich Logis­ti­ker mit Lösun­gen für die Zustel­lung einer im Inter­net getä­tig­ten Bestel­lung am sel­ben Tag (same day deli­very). Durch Ama­zon und Co. waren wir bereits ver­wöhnt von der Zustel­lung am Fol­ge­tag der Bestel­lung und immer wie­der über­rascht, wie gut das funk­tio­niert. Doch für eine Zustel­lung am sel­ben Tag müs­sen ande­re Tech­ni­ken ein­ge­setzt wer­den als bis­her. Der Mensch als Schwach­stel­le im Sys­tem soll wei­test­ge­hend aus­ge­schal­tet wer­den. Der Höhe­punkt die­ser Ent­wick­lung wäre aus mei­ner Sicht, dass Pro­duk­te gar nicht mehr phy­sisch aus­ge­lie­fert wer­den müs­sen, son­dern digi­tal über­mit­telt wer­den und am hei­mi­schen 3D-Dru­cker aus­ge­druckt wer­den. Die sofor­ti­ge Arbeits­lo­sig­keit für alle Paket­zu­stel­ler.

In der Abwick­lung der welt­wei­ten Waren­strö­me macht die­se neue Tech­nik also durch­aus Sinn. Aber wie immer, wenn neue, revo­lu­tio­nä­re Tech­ni­ken sich durch­set­zen, besteht auch die Gefahr, dass die­se miss­braucht wer­den.

Was also pas­siert wirk­lich, was sind die Fol­gen, wenn die phy­si­sche Welt mit der vir­tu­el­len ver­schmilzt und poten­zi­ell jedes phy­si­sche Objekt intel­li­gent und ver­netzt sein kann und auch sein wird?

Die ehr­li­che Ant­wort aus heu­ti­ger Sicht lau­tet: kei­ner Weiß es genau, was dann sein wird und wie sich unser aller Leben ver­än­dern wird. Wir machen einen Selbst­ver­such in Echt­zeit, dem sich nie­mand ent­zie­hen kann. Wenn das Gan­ze in die Hose geht, dann wird es zu spät sein, Kor­rek­tu­ren vor­zu­neh­men. Bereits der gute alte Johann Wolf­gang von Goe­the lies in sei­ner Bal­la­de “Der Zau­ber­lehr­ling”, den Prot­ago­nis­ten die geflü­gel­ten Wor­te sagen, “Die ich rief, die Geis­ter, werd’ ich nun nicht mehr los”. Bei Goe­the geht es gott­sei­dank noch gut aus, denn der Meis­ter berei­nigt die Situa­ti­on im letz­ten Augen­blick mit den Wor­ten:

In die Ecke,
Besen! Besen!
Seid’s gewe­sen.
Denn als Geis­ter
Ruft euch nur, zu sei­nem Zwe­cke,
Erst her­vor der alte Meis­ter.

In unse­rer zukünf­ti­gen Welt wird es jedoch nicht so ein­fach sein, die “Geis­ter” wie­der los zu wer­den und viel­leicht wird uns irgend­wann die Sto­ry “1984” von Geor­ge Orwell vor­kom­men wie ein Kin­der­mär­chen im Ver­gleich zur Gegen­wart.

Hof­fen wir, dass es nicht so sein wird, denn die Hoff­nung stirbt ja bekannt­lich zum Schluss.

Auf jeden Fall wird das Inter­net der Din­ge ein Rie­sen­ge­schäft sein, da sind sich die meis­ten Exper­ten heu­te schon sicher. Wenn alle Din­ge mit­ein­an­der ver­netzt sind, dann ste­hen nicht mehr indus­tri­ell gefer­tig­ten Pro­duk­te im Mit­tel­punkt (Abschied von der Indus­trie­ge­sell­schaft), son­dern web­ba­sie­ren­de Diens­te, auf die wir durch das Pro­dukt zugrei­fen kön­nen.

Mit ande­ren Wor­ten: Dienst­leis­tun­gen in jeg­li­cher Form, die uns heu­te viel­leicht  noch uto­pisch vor­kom­men mögen, wer­den einen rasan­ten Auf­schwung erle­ben. Schon heu­te erle­ben wir die Anfän­ge die­ser Ent­wick­lung, wenn zum Bei­spiel ein Kon­zern wie Daim­ler Benz in die Dienst­leis­tung Car-Sharing inves­tiert. Nicht mehr das Auto an sich steht im Mit­tel­punkt, son­dern der all­seits ver­füg­ba­re Dienst Car-Sharing.

Ein wei­te­res Bei­spiel stellt die Fir­ma LG dar, die sich im hohem Maße mit der The­ma­tik intel­li­gen­tes Woh­nen beschäf­tigt. Nicht mehr der ein­zel­ne Fern­se­her, oder das Han­dy oder sonst irgend­ein Haus­halts­ge­rät ste­hen im Mit­tel­punkt, son­dern ver­netz­tes Woh­nen und die sich dar­aus logi­scher­wei­se erge­ben­den Dienst­leis­tun­gen.

Auch der Glo­bal Play­er Intel enga­giert sich mit einem neu­em Geschäfts­be­reich und will durch die Ver­bin­dung von Gerä­ten unter­ein­an­der und mit der Cloud neue Dienst­leis­tun­gen entwickeln.Der Grund dafür liegt auf der Hand. Der Markt für PC-Pro­zes­so­ren, den Intel eine lan­ge Zeit lang domi­niert hat, sta­gniert immer mehr. Die Ent­wick­lung von Pro­zes­so­ren für mobi­le End­ge­rä­te (Smart­pho­nes und Tablet PC’s) hat der Rie­se aus San­ta Cla­ra, Kali­for­ni­en mehr oder weni­ger ver­schla­fen. Der Markt dafür wird domi­niert von Fir­men wie Nvi­dia und Qual­comm.

Wis­sen­schaft­ler vom Insti­tu­te of Tech­no­lo­gy Manage­ment an der Uni­ver­si­tät St. Gal­len in der Schweiz kamen in einer Stu­die zu der Erkennt­nis, dass es für Pro­duk­ti­ons­be­trie­be durch­aus Sinn macht, nicht mehr die phy­si­schen Pro­duk­te in den Vor­der­grund zu stel­len, son­dern dazu pas­sen­de Dienst­leis­tun­gen. Denn mit Dienst­leis­tun­gen las­sen sich wesent­lich höhe­re Ren­di­ten erzie­len, als mit dem rei­nen Ver­kauf von Pro­duk­ten.

Also geht es beim Internet der Dinge letzten Endes lediglich um Geld und Rendite?

Ja, höchst­wahr­schein­lich wird die­ser mone­tä­re Ansatz die domi­nie­ren­de Trieb­fe­der sein, die die Ent­wick­lung maß­geb­lich vor­an­treibt. So beti­telt Ali­na Huber vom ITMa­ga­zi­ne ihren Arti­kel vom 12.11.2013 mit der Über­schrift “Inter­net der Din­ge kre­iert Mehr­wert von 1,9 Bil­lio­nen Dol­lar”.

Das ist eine der­art gigan­ti­sche Zahl, dass es sich kein Unter­neh­men der Welt leis­ten kann, sich von die­sem Kuchen nicht eine dicke Schei­be abzu­schnei­den. Money rules the world.

Welche Vorteile hat dieses Internet der Dinge für normale Menschen wie Sie und ich?

Dr. Joseph Reger, Chief Tech­no­lo­gy Offi­cer of Fujit­su Inter­na­tio­nal Busi­ness kommt zu dem Schluss: “Die Vor­tei­le lie­gen vor allem bei der Ver­bes­se­rung der Nach­hal­tig­keit und der Effi­zi­enz”.

Den­ken Sie ganz ein­fach mal an den Stra­ßen­ver­kehr. Wenn alle Autos mit­ein­an­der ver­netzt wären und mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren wür­den, dann wür­de das den Stra­ßen­ver­kehr revo­lu­tio­nie­ren. Staus könn­ten intel­li­gent ver­mie­den wer­den, Ampeln an Kreu­zun­gen wären nicht mehr not­wen­dig. Der Fah­rer, bzw.. dann Insas­se eines Autos, könn­te auf dem Weg zur Arbeit Zei­tung lesen, trotz­dem wür­de das Auto sicher sein Ziel errei­chen.

Das Smart­pho­ne wird noch mehr als heu­te schon zum all­ge­gen­wär­ti­gen Mit­tel­punkt Ihres Lebens. Es kom­mu­ni­ziert z.B. mit Ihrem Dru­cker und die­ser sen­det die Nach­richt “nur noch 10 Blatt Papier”. Voll­au­to­ma­tisch oder manu­ell bestellt das Smart­pho­ne neu­es Papier für Sie.

Es gibt unend­li­che vie­le Mög­lich­kei­ten, die sich durch das Inter­net der Din­ge erge­ben wer­den. Ob die­se aller­dings alle wirk­lich Sinn machen oder eher nicht, das wird jeder ein­zel­ne für sich ent­schei­den müs­sen. [Zitat Uni Frank­furt] “Die Infor­ma­ti­ons­flut der intel­li­gen­ten Gerä­te wird das bis­he­ri­ge Vor­stel­lungs­ver­mö­gen spren­gen. Die­se Daten­men­gen kön­nen nur noch von spe­zia­li­sier­ten Maschi­nen und Pro­gram­men ver­ar­bei­tet wer­den. Die Zukunft gehört den Unter­neh­men, die die­se Daten nicht nur erhe­ben, son­dern struk­tu­riert spei­chern, aus­wer­ten und dar­aus die rich­ti­gen Schlüs­se zie­hen kön­nen”.

 

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