Webserver - Hostinganbieter

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Vertragsabschlüsse bei Hostinganbietern — das gibt es zu beachten

Beim Web­hos­ting ermög­licht der Pro­vi­der dem Kun­den einen Auf­tritt im Inter­net — die Web­sei­te des Kun­den wird auf dem Ser­ver gespei­chert und in wei­te­rer Fol­ge der Zugriff durch Drit­te ermög­licht. Dabei erbringt der Pro­vi­der im Wesent­li­chen zwei Leistungen:

  • einer­seits sorgt er für die Anbin­dung an das Internet
  • ande­rer­seits stellt er die not­wen­di­ge Spei­cher­ka­pa­zi­tät zur Verfügung

Die­se Leis­tun­gen sind ziem­lich stan­dar­di­siert, die meis­ten Hos­ting­an­bie­ter unter­schei­den sich kaum in Ihrem Ange­bot. Dem­entspre­chend kann der Ver­trag also das Züng­lein an der Waa­ge sein, wenn es dar­um geht, den rich­ti­gen Anbie­ter aus­zu­wäh­len. Wer einen Ver­trag abschließt, soll­te ein paar Din­ge berück­sich­ti­gen, auf die wir in die­sem Arti­kel ein­ge­hen möchten.

Das sagt der Gesetzestext

Vertrag mit Hostinganbieter für Webhosting

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Ein Web-Hos­ting-Ver­trag ist kein spe­zi­el­ler Ver­trags­typ nach dem BGB. Es han­delt sich um einen gemisch­ten Ver­trag, wobei die Regeln des Werk-, Miet- oder Dienst­ver­trags­rechts zur Anwen­dung gelan­gen. Die Cha­rak­te­ri­sie­rung ist von den kon­kre­ten For­mu­lie­run­gen und den Leis­tun­gen des Pro­vi­ders abhän­gig. Wird dem Kun­den ein kos­ten­pflich­ti­ger Spei­cher­platz zur Ver­fü­gung gestellt, so han­delt es sich um eine Gebrauchs­über­las­sung auf Zeit. Auch wenn der Kun­de nicht im Besitz des Spei­cher­me­di­ums ist, so kann er sich einen jeder­zei­ti­gen Zugang ver­schaf­fen. Eine Rege­lung, die auch im Miet­recht zu fin­den ist. Anders hin­ge­gen, wenn der Pro­vi­der eine Anbin­dung an das Netz garan­tiert. Der Pro­vi­der schul­det dem Kun­den näm­lich die Zugriffs­mög­lich­keit auf die bereits abge­spei­cher­ten Web­sei­ten durch Drit­te. Die­ser Pas­sus erin­nert an das Werk­ver­trags­recht. Wer also einen Ver­trag abschließt, soll­te im Vor­feld die For­mu­lie­run­gen und Leis­tun­gen berücksichtigen.
Wer­den bestimm­te Leis­tun­gen ange­bo­ten, so schul­det der Pro­vi­der den Erfolg und muss auch reagie­ren, sofern die Maß­nah­men nicht zum Erfolg geführt haben. Es bestehen auch hier Gewähr­leis­tungs­an­sprü­che zur Nachbesserung.

Technische Ausstattung des Servers

Wich­tig in jedem Ver­trag: Es darf kei­nes­falls die kon­kre­te Umschrei­bung eines tech­ni­schen Stan­dards feh­len, so dass die Leis­tungs­pflicht kon­kre­ti­siert und im Streit­fall die Ansprü­che bes­ser abge­wehrt oder durch­ge­setzt wer­den kön­nen. Es ist daher rat­sam, dass Spei­cher­ka­pa­zi­tä­ten, Ver­füg­bar­keit, tech­ni­sche Aus­stat­tung des Ser­vers, Anzahl der Daten­ban­ken sowie Sei­ten sowie Zugangs­mög­lich­kei­ten (FTP, SSH, Admin­pa­nel) für die Sei­te fest­ge­legt wer­den. Jedoch sind die tech­ni­schen Umschrei­bun­gen kei­ne zuge­si­cher­ten Eigen­schaf­ten — es han­delt sich nur um eine Leis­tungs­kon­kre­ti­sie­rung. Die­se Kon­kre­ti­sie­run­gen soll­ten immer in den AGB fest­ge­hal­ten sein oder als Anla­ge zum Ver­trag erstellt werden.

Die Verfügbarkeitsklausel

Die Ver­füg­bar­keits­klau­sel ist dann von Vor­teil, wenn der Pro­vi­der kei­ne “24-Stun­den-Ver­füg­bar­keit” garan­tie­ren kann. Somit muss auch der Kun­de dar­auf ach­ten, ob eine der­ar­ti­ge Klau­sel ange­bo­ten wird — gibt es einen sol­chen Pas­sus näm­lich nicht, muss er etwai­ge Netz­aus­fäl­le akzeptieren.

Der Preis

Der Preis wird in der Regel monat­lich fix gezahlt, eini­ge Anbie­ter bie­ten auch Rabat­te bei jähr­li­cher Zah­lung an. Die­se soll­te man aller­dings erst in Anspruch neh­men, wenn man sich vom Anbie­ter über­zeugt hat, da man sonst ggf. für einen schlech­ten Anbie­ter das Geld vor­ab über­wie­sen hat und nicht mehr wie­der sieht. Der Preis rich­tet sich in der Regel nach Ser­ver­aus­stat­tung, Spei­cher­ka­pa­zi­tät und monat­li­chem Über­tra­gungs­vo­lu­men. Steigt der Daten­fluss, da die Nach­fra­ge höher als erwar­tet aus­ge­fal­len ist, so kann der Pro­vi­der eine Mehr­ver­gü­tung ver­lan­gen. Der Pro­vi­der darf die Sei­te aller­dings bei einem höhe­ren Volu­men nicht auto­ma­tisch sper­ren, ohne dem Kun­den eine Frist zur Ände­rung des Ver­trags gesetzt zu haben. Sperrt der Pro­vi­der die Sei­te, liegt eine ver­trag­li­che Pflicht­ver­let­zung vor.

Die Kündigungsfrist

Gibt es mit­un­ter kei­ne Rege­lun­gen bezüg­lich mög­li­cher Aus­fäl­le, kann der Kun­de Scha­den­er­satz ver­lan­gen. Tre­ten immer wie­der Stö­run­gen auf, die es dem Kun­den nicht mög­lich machen, wei­ter­hin am Ver­trag fest­zu­hal­ten, ent­steht ein außer­or­dent­li­ches Kün­di­gungs­recht. Die ordent­li­che Kün­di­gung ist nur unter Ein­hal­tung der Kün­di­gungs­frist mög­lich. Zu beach­ten ist, dass es in vie­len Fäl­len auch eine Min­dest­ver­trags­lauf­zeit gibt, die der Kun­de erfül­len muss – hier soll­te man sich im Opti­mal­fall auf eine Lauf­zeit von einem Monat oder weni­ger einlassen.

Die Inhalte der Webseite

Die Rege­lung der Inhal­te soll­te auf­grund der unter­schied­li­chen Haf­tungs­re­ge­lun­gen für Medi­en- und Tele­diens­te vor­ge­nom­men wer­den. Dabei sind vor allem die §§ 55 TDG/MDStV von Bedeu­tung. Der Anbie­ter ist also für die “eige­nen Inhal­te” ver­ant­wort­lich — beim Web­hos­ting ist das also der Kun­de. Er bestimmt den Inhalt der Sei­te. Wer­den “frem­de Inhal­te” hoch­ge­la­den, so ist der Pro­vi­der verantwortlich.

 

[Hier­bei han­delt es sich um einen Gast­ar­ti­kel von Mar­ko Mahler]
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